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Задание 15 № 347

Angelas Mutter...

 

1) war in der DDR eine Hausfrau.

2) arbeitete in der DDR als Englischlehrerin.

3) arbeitete in der DDR als Lateinlehrerin.

4) hat in der DDR eine Rente bekommen.


Прочитайте текст и выполните задания А15–А21. В каждом задании выберите вариант 1, 2, 3 или 4, соответствующую выбранному Вами ответу.

 

 

Die Bundeskanzlerin

Die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland Angela Merkel (Mädchenname: Angela Dorothea Kasner) wurde am 17. Juli 1954 in Hamburg-Barmbek geboren. Hier hatten sich ihre Eltern während des Studiums ihres Vaters kennen gelernt.

Angelas Vater, Horst Kasner, stammt aus Berlin-Pankow und studierte Theologie in Heidelberg und Hamburg. Kurz nach Angelas Geburt trat er seine erste Pfarrstelle bei der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg an, durchaus im Wissen darum, dass das Leben als Pfarrer in der DDR schwierig sein würde. Die Kirchen in der DDR waren bestenfalls gelitten und galten als ein Überbleibsel des kapitalistischen Systems. Pfarrer waren einerseits gefürchtet wegen ihres umfangreichen Wissens, andererseits belächelt als Ewiggestrige. Hinzu kam, dass DDR-Pfarrer äußerst geringe Gehälter erhielten. Das alles wusste Kasner — und kam zurück, weil er nicht «bei den Fleischtöpfen Ägyptens» bleiben wollte, während in der DDR Pfarrer dringend gebraucht wurden.

Horst Kasner, auch der «rote Kasner» genannt, hatte Sympathie für sozialistische Ideale. Frühzeitig und überzeugt trat er für die Kirche im Sozialismus ein: Die evangelische Kirche sollte sich nicht im Kampf gegen den Staat aufreiben, sondern unter den gegebenen gesellschaftlichen Verhältnissen leben und arbeiten, vor allem auch den Dialog mit den staatlichen Stellen suchen. Er gehörte später zur Leitung des Weißenseer Kreises, der als staatsnah und linkselitär galt, der aber 66 sowohl dem Staat als auch der Kirche suspekt war. Die Meinungen über Kasners Beziehung zum DDR-Regime sind bis heute geteilt.

Angelas Mutter, Herlind Kasner geb. Jentzsch, eine fröhliche, lebenslustige Frau, durfte als Frau eines Pfarrers in der DDR ihren Beruf als Englisch- und Lateinlehrerin nicht ausüben — zu sehr fürchteten sich die Verantwortlichen vor anderen Weltanschauungen und deren möglichen Einflüssen auf die Schüler. Was für Herlind Kasner selbst von Nachteil war, sollte für ihre Kinder von großem Nutzen sein: Es gab viel Zeit für Gespräche über alle Sorgen und Probleme. Im Gegensatz zu den meisten DDR- Bürgern war es Kasner und seiner Frau bereits vor dem Rentenalter vergönnt, in «nichtsozialistische» Länder zu reisen, sogar in die USA.

Angela Kasner kam mit acht Wochen in die DDR. In einem Dorf in der Prignitz trat ihr Vater seine erste Pfarrstelle an. Drei Jahre später übernahm er die Leitung des Waldhofs bei Templin, einer Kreisstadt in der Uckcnnark. Dort gab es zwei Einrichtungen in unmittelbarer räumlicher Nähe: Am von .Kasner geleiteten Kolleg konnten Pfarrer sich weiterbilden', und es gab Kurse für Vikare, die vor dem zweiten Examen standen. Außerdem befand sich auf dem Gelände ein Heim für geistig Behinderte.

Angela redete früh, aber sie lief nicht. Sie sei «ein kleiner Bewegungsidiot» gewesen, sagt sie. Erst mit fünf Jahren lernte sie, wie man einen Berg hinunterläuft. Dafür zeigte sie bereits in diesem Alter Bestimmer-Qualitäten: Anstatt selbst zu laufen, schickte Angela ihren drei Jahre jüngeren Bruder.

Das Verhältnis zu Eltern und Geschwistern — dem Bruder und der zehn Jahre jüngeren Schwester — war sehr innig, die Erziehung streng. Durch die auch in ihrem Haushalt aus und ein gehenden Behinderten erlebten die Kinder täglich normalen Umgang zwischen gesunden und kranken Menschen.

Templin liegt in landschaftlich reizvoller, waldreicher Umgebung. Es gab Tiere und eine Gärtnerei auf dem Gelände. Großmutter und Tante aus Hamburg kamen oft zu Besuch, und die Pakete mit Lebensmitteln und Kleidung ermöglichten ein angenehmeres Leben als in den meisten DDR- Pfarrhaushalten. Sie habe «praktisch nie DDR-Klamotten getragen», erzählt Angela Merkel noch heute. Ihr Vater verfügte über eine große Bibliothek, auch mit «unerlaubter" Literatur. Durch Bücher und umfangreiche Anregung wurden die Kinder der Familie Kasner zu geistig regen, vielseitig interessierten Menschen mit einer umfassenden Bildung.

1961 wurde Angela in Templin eingeschult. Etwas später als ihre Mitschülerinnen wurde sie, anders als die meisten DDR-Pfarrerskinder und auf eigenen Wunsch, Mitglied bei den Jungen Pionieren. Dennoch blieb es auch ihr nicht erspart, von Lehrern wegen Kleinigkeiten vor der Klasse vorgeführt zu werden.

Пояснение.

Angelas Mutter, Herlind Kasner ...durfte als Frau eines Pfarrers in der DDR ihren Beruf als Englisch- und Lateinlehrerin nicht ausüben.