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Задания
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Задание 6 № 340

Вы услышите репортаж дважды. Выберите правильный ответ 1, 2 или 3.

 

Воспользуйтесь плеером, чтобы прослушать запись.

 

Wie sicher ist ein Spaziergang mit verbundenen Augen?

 

1) Für blinde Menschen ist das natürlich kein Problem.

2) Man hält sich aneinander fest und bekommt Kommandos vom Stadtführer.

3) Wenn man die Geräusche intensiv wahrnimmt, läuft man auch sicher.

Пояснение.

Расшифровка записи
Was ist Blindwalk?

Reporter: Herr Rudolph, Sie schreiben auf Ihrer Werbung: «Unvergessliche Erfahrungen bei einem Blindwalk». Was ist das eigentlich? Ein Spaziergang mit einem Menschen, den man früher nicht gekannt hat? Ein Blinddate quasi?
Rudolph: Nein, das hat mit Blinddate nichts zu tun. Stadtbesichtigung - in Denglisch «Sightseeing» ist bekannt. Sightjogging ist auch nicht neu. Blindwalk ist eine neue Form eine Stadt zu erkunden: Deutschlands erste Stadtführung mit verbundenen Augen. Die Teilnehmer sollen versuchen die Geräusche und Gerüche der Stadt neben den Bildern wahrzunehmen. Wichtig ist, dass die Teilnehmer wirklich nichts sehen. Dafür wird eine Augenmaske aufgesetzt. Wichtig ist, dass die Teilnehmer wirklich Köln in kompletter Dunkelheit erleben, nicht einfach etwas sehen und etwas nicht.
Reporter: Wie sind Sic auf diese Idee gekommen?
Rudolph: Ich bin Experte für Akustikdesign und installierte zuerst dunkle Räume, in denen Sehende von Blinden durch die Installation mit Tastobjekten geführt wurden. «Dialog im Dunkeln» nannte ich das. Ein paar Jahre später eröffnete ich das erste Dunkelrestaurant Deutschlands, wo Blinde und Sehbehinderte den Gästen die Speisen in völliger Finsternis servieren. Jetzt verbinde ich diese beiden Konzepte und bringe sie mit dem Blindwalk in die echte Welt.
Reporter: Ich kann mir aber bei aller Liebe nicht vorstellen, dass man mit verbundenen Augen eine Stadtführung machen kann. Wie funktioniert das?
Rudolph: Ein Clip steckt bei allen Teilnehmern im Ohr, darüber kommuniziere ich via Mikrofon mit den «Blindwalkem». Die Teilnehmer halten sich an den Rucksackschlaufen ihres Vordermanns fest und gehen dicht hintereinander. Die ersten Schritte sind etwas unsicher. Intensiv nimmt man die Geräusche der Umgebung wahr. Viel bewusster als sonst.
Reporter: Wird es mit der Zeit einfacher zu laufen?
Rudolph: Ja, bald schon kommt Routine auf beim Gehen in der Dunkelheit.
Reporter: Welche Stationen macht die Gruppe unterwegs?
Rudolph: Ohne zu halten geht es natürlich nicht. Die Stationen sind ein wesentlicher Teil der Veranstaltung. Wir halten zum ersten Mal am Bahnhof, dann vor dem Kölner Dom. Ein Besuch des Kölner Doms darf natürlich nicht fehlen. Am Römisch-Germanischen Museum betasten die Teilnehmer die draußen vor dem Gebäude aufgestellten Skulpturen und Sarkophage. Wir machen auch eine Picknick- Pause.
Reporter: Was empfinden die Teilnehmer als das Interessanteste bei dieser Führung?
Rudolph: Als «Blindwalker» taucht man in eine völlig andere Welt ein: Geräusche überfluten die Sinneswahrnehmung. Auf einmal klingt es, als wäre man mittendrin in einem Live-Hörspiel. Dieses besondere Wahrnehmen von Geräuschen ist das Wichtigste. Am Bahnhof z.B. faszinieren die Geräusche aus der halboffenen Bahnhofshalle. Wegen dieser offenen Halle sind diese Geräusche auch anders als von anderen Bahnhöfen.
Reporter: Ja, der Kölner Bahnhof war schon mal vor 20 Jahren Gegenstand einer Klanginstallation. Damals wurden die Geräusche vom Kölner Bahnhof aufgenommen und per Satellit nach San Francisco übertragen und dort abgespielt. Dafür konnte man in Köln die Geräusche des Hafens von San Francisco und das Rauschen des Wassers hören. Es muss interessant gewesen sein.
Rudolph: Natürlich. Die Leute sind immer nachdenklich am Ende der Tour, sie fragen sich, was lasse ich in meiner Wahrnehmung im Alltag aus? Auch die Gerüche werden intensiver wahrgenommen. Z.B. im Kölner Dom. Unterwegs lässt sich die Gruppe auf einer Bank zum Picknick nieder. Es gibt Trauben, Tee, Croissant, Ei und Tomate. Und im Dunkeln ist das Geschmackserlebnis ein anderes: Man isst bewusstcr und nimmt die unterschiedlichen Lebensmittel intensiver wahr.

Die Teilnehmer halten sich an den Rucksackschlaufen ihres Vordermanns fest und gehen dicht hintereinander.