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Задание 13 № 1171

Noch zu Langenscheidts Lebzeiten …

 

1) gab es im Fremdsprachenunterricht viel Sprachpraxis.

2) konnten sich alle einen Fremdsprachenkurs leisten.

3) gingen viele Studenten auf Bildungsreisen ins Ausland.

4) waren die Fremdsprachenkenntnisse nur für Elite zugänglich.


Lebendige Sprache

 

Wer kennt sie nicht, die gelb-blauen Wörterbücher aus dem Verlagshaus Langenscheidt. Der Erfinder dieser Nachschlagewerke ist Gustav Langenscheidt, der am 21. Oktober 179 Jahre alt geworden wäre. Mit seiner Lautschrift und seinen Wörterbüchern revolutionierte er den Fremdsprachenunterricht und schuf die Grundlagen für eines der erfolgreichsten Familienunternehmen in Deutschland. Völkerverständigung bedeutet, miteinander reden zu können. Noch im 19. Jahrhundert fehlten dafür die notwendigen Voraussetzungen.

Fremdsprachenkenntnisse waren ein Privileg des Bürgertums. Doch der Sprachunterricht damals war nicht effektiv. Diese Erfahrung machte auch Gustav Langenscheidt während einer Bildungsreise durch Europa. Er erkannte, dass es im Sprachunterricht zu wenig Sprachpraxis gab. Fortan stellte er sich das Ziel, das Sprachenlernen so zu vereinfachen, dass die Kommunikation im Vordergrund steht

und jedermann eine andere Sprache leicht erlernen kann. Der Berliner Gustav Langenscheidt entstammte einer angesehenen

Handwerkerfamilie. Nach dem Abschluss einer kaufmännischen Lehre machte er sich, gerade mal 17-jährig, 1849 von Berlin zu Fuß auf, Europa zu erkunden. Er wanderte, fuhr mit der Postkutsche und dem Schiff. Und egal, wo er war, störte es ihn, dass seine Sprachkenntnisse nicht ausreichten. Sein Schlüsselerlebnis hatte er in London. Erschöpft und müde vom Reisen wollte Langenscheidt ein Hotel zur Übernachtung finden. Stattdessen stieg er aus Versehen in einem zweifelhaften Etablissement ab. „Es ist ein wahrhaft peinliches Gefühl, unter Menschen nicht Mensch zu sein und seine Gedanken nicht austauschen zu können“, schrieb er später in sein Tagebuch. Das peinliche Erlebnis ermunterte ihn dazu, ein neues Lernsystem zu entwickeln, um eine Fremdsprache leichter lernen zu können. Er selbst hatte bemerkt, dass sein Französisch sich verbesserte, wenn er häufig mit Einheimischen sprach. Und das war die Idee: Sprache durch Muttersprachler zu lernen, denn damals übten die Schüler vor allem Grammatik im Unterricht. Um die

Aussprache und Betonung eines Muttersprachlers imitieren zu können, erfand Langenscheidt die erste praktikable Lautschrift. Gemeinsam mit dem französischen Sprachlehrer Charles Toussaint begann Gustav Langenscheidt Wort für Wort die französische Sprache in eine Lautschrift zu übertragen. Der junge Mann arbeitete rastlos die ganze Nacht hindurch. Tagsüber musste er seinen Militärdienst absolvieren. 1856 legte Gustav Langenscheidt sein Manuskript „Brieflicher Sprach- und Sprechunterricht für das Selbststudium der französischen Sprache“ vor. Diese Selbstlernbriefe enthielten eine bahnbrechend neue Lautschrift-Methode, die jedem die Möglichkeit zum Spracherwerb gab. Mit dieser Erfindung wurde Gustav Langenscheidt zum Vater des modernen Sprachkurses. Doch niemand wollte seine Idee unterstützen. Also setzte er das gesamte Vermögen aus dem Familienbetrieb seiner Eltern ein und druckte die ersten Exemplare selbst. Wenig später gründete er seinen eigenen Verlag. Die Französisch-Sprachkurse verkauften sich so gut, dass Langenscheidt bald einen Englisch-Kurs nach dem gleichen Modell entwickelte. Die Menschen konnten Sprachen nun zu Hause lernen. Ganz nach seinem Lebensmotto „Ohne Fleiß kein Preis“ entwickelte und druckte der Unternehmer Enzyklopädien und Wörterbücher. Den Verlag führte sein Sohn Carl weiter. Noch heute befindet sich das Unternehmen in Familienbesitz. Und noch immer kümmern sich die Nachfahren von Gustav Langenscheidt darum, anderen Menschen durch Sprachen neue Welten zu eröffnen.

Пояснение.

4: Fremdsprachenkenntnisse waren ein Privileg des Bürgertums.